Steine und Erden

Diabas zum Gestein des Jahres bei Hartsteinwerke Schicker OHG getauft

Am 28. April 2017 wurde das Urgestein Diabas bei Hartsteinwerke Schicker OHG in der Gewinnungsstätte Bad Berneck in Oberfranken zum Gestein des Jahres 2017 getauft.

Michael Schicker, Gesellschafter der Hartsteinwerke Schicker OHG und Vorsitzender der Fachgruppe Naturstein im Bayerischen Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden e.V. (BIV), Patricia Schicker, ebenfalls Hartsteinwerke Schicker OHG, und Geschäftsführer Michael Weidemann durften zur Taufe Dr. Werner Pälchen vom initiierenden Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) in Halsbrücke, Dr. Johann Rohrmüller vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, Dipl.-Mineralogin Gabriela Schulz vom Bundesverband Mineralische Rohstoffe (MIRO) e.V. in Köln und Dr. Andreas Peterek vom GEOPARK Bayern-Böhmen in Parkstein begrüßen. Gleich einer Schiffstaufe wurde der Diabas feierlich und - wie es sich für Oberfranken gehört - mit dem Zerschlagen einer fränkischen Bierflasche zum Gestein des Jahres 2017 gekürt.

Zum 11. Mal wurde der Titel "Gestein des Jahres" nun schon vergeben. Dieser hat zum Ziel, Gesteine, die auf Grund ihrer geologischen Entstehung und wirtschaftlichen Bedeutung bemerkenswert sind, in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Dr. Werner Pälchen vom BDG ist die Verleihung an den Diabas ein besonderes Anliegen. So wie in anderen Bereichen unserer Umwelt sin dauch die geologischen Vorkommen besonderer Gesteine "schutzwürdig", "sind sie doch Naturbestandteile - nur eben unbelebte, aber damit nicht weniger wichtig". In einem Vortrag erläuterte er die herausragenden Eigenschaften des Minerals. Der fränkische Diabas ist ein Vulkangestein, das vor 450 bis 380 Millionen Jahren im Zeitalter des Ordoviziums bis Devons entstanden ist. Das Urgestein zeichnet sich besonders durch seine Härte, die hohe Druck- und Frostbeständigkeit und seinen hohen Polierwert aus. Für Bildhauerarbeiten und die Werksteinproduktion ist es ebenso gefragt wie für die anspruchsvolle Schotter- und Splittherstellung im Straßenbau sowie als Zuschlag bei der Baustoffproduktion und wegen seines hohen Basengehaltes zur Bodenverbesserung im Gartenbau sehr beliebt.

Gabriela Schulz vom Bundesverband Mineralische Rohstoffe (MIRO) e.V. stellte die wirtschaftliche Bedeutung vor. Diabas kommt auf zahlreichen hochbelasteten Autobahnabschnitten in Deutschland zum Einsatz, doch nicht nur das: die neuartigen offenporigen Asphalte bzw. Flüsterasphalte zur Minderung von Fahrbahngeräuschen basieren vornehmlich auf Diabas.

Dr. Johann Rohrmüller vom Landesamf für Umwelt erläuterte die Vorkommen in Nordostbayern. So liegen die Hauptverbreitungsgebiete von Diabasen in Oberfranken, nördlich von Bayreuth.

Einen erdgeschichtlichen Einblick in Bezug auf das Gestein des Jahres 2017 gab Dr. Andreas Peterek vom GEOPARK Bayern-Böhmen. Diabas ist im wahrsten Sinne des Wortes unter uns. In Bad Berneck beispielsweise ruhen die mittelalterlichen Burgruinen auf mächtigen Diabas-Formationen. Als Besonderheit kommen hier sogar Diabassäulen vor. In Goldkronach lässt es sich über den sogenannten "Diabassteig" wandern.

Bereits seit 1880 wird das Gestein des Jahres 2017 im mittelständischen Familienuntenrehmen Hartsteinwerke Schicker OHG mit vier Steinbruchbetrieben in der Region Oberfranken gewonnen.